Rätselhafte Aufflammungen: wenn Lampen und Steckdosen ohne Last schmoren

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Ein nächtlicher Schrecken in einem Mehrfamilienhaus in Weliki Nowgorod hat selbst routinierte Elektriker nervös gemacht. Eine junge Familie wachte mitten in der Nacht wegen eines stechenden Brandgeruchs auf: In einer ausgeschalteten Deckenleuchte flammte eine Glühbirne auf. Später stellte sich heraus, dass das Schmoren am Rand des Gehäuses begann, als wäre das Feuer von innen herausgekrochen.

Seitdem halten die Bewohner abwechselnd Wache, aus Sorge vor einer Wiederholung. Bereits den zweiten Tag ziehen sie Fachleute hinzu, um der Ursache der seltsamen Aufflammungen auf den Grund zu gehen.

Wenn Geräte ohne Last brennen

Normalerweise gilt: Wenn nichts eingeschaltet ist, besteht Sicherheit. In diesem Fall zeigten jedoch nicht nur die Lampe, sondern auch Steckdosen und Schalter Spuren von Entzündung.

Laut Bewohnern waren alle Elemente spannungsfrei: Die Schalter standen unten, die Steckdosen waren nicht als Durchgang geschaltet, und es hing kein Verbraucher daran.

Verbaut ist Hardware von Schneider; die Leitungen sind GOST VVGng-LS 2×1,5 und 2,5 mm². Die Netzspannung lag stabil bei 224 Volt.

Trotzdem begannen Kunststoffteile zu schmelzen und zu verkohlen, stellenweise zeigte sich sogar Schaden in den Abzweigdosen.

Verdacht fällt auf alte Verkabelung

Die Wohnung liegt in einem Gemeinschaftsblock, in dem zwei Epochen der Elektrik aufeinandertreffen: Einige Stränge wurden erneuert, andere stammen noch aus früheren Jahrzehnten. Fachleute vermuten vorläufig, dass an bestimmten Übergängen zwischen alt und neu verborgene Prozesse ablaufen, die ein Multimeter nicht erfasst. Auf dem Papier wirkt die Spannung sauber, lokale Erwärmung an Verbindungsstellen lässt sich jedoch nicht ausschließen. Klingt plausibel, nimmt der Sache aber nicht die Unbehaglichkeit.

Auf der Suche nach einer Erklärung

Die Ursache bleibt vorerst im Dunkeln: Spontanes Schmelzen von Steckdosen und Leuchtmitteln ohne Last ist äußerst selten. Die Familie sammelt Ratschläge, und Elektriker prüfen weiterhin jede einzelne Leitung.

Fachleute, die mit ähnlichen Fällen zu tun hatten, nennen mehrere Möglichkeiten: die altersbedingte Degradation alter Aluminiumleitungen in verdeckten Abschnitten, oxidierte Kontakte mit lokaler Überhitzung, Isolationsschäden an Übergängen zwischen alten und neuen Kabeln sowie versteckte Leckströme, die Haushaltsgeräte nicht erfassen.

Bestätigt ist bislang keine dieser Thesen.

Warum Fälle wie dieser eine Debatte verdienen

Für die meisten Wohnungen wirkt die Gefahr weit weg, doch gerade solche Episoden zeigen, dass Fehler dort auftauchen können, wo sie niemand erwartet. Selbst moderne Komponenten und eine stabile Netzspannung schließen das Risiko nicht aus, wenn in den Wänden gealterte Leiter liegen. Der Eindruck drängt sich auf, dass hier eine blinde Stelle vieler Häuser liegt.

Ein offener Erfahrungsaustausch unter Profis könnte helfen, ähnliche Vorfälle in anderen Gebäuden zu verhindern.