Erdung fürs Wohnhaus: Dreiecksschleife, Materialien und Zielwerte

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Eine Erdungsanlage im Haus ist kein Kästchen zum Abhaken; sie verhindert, dass ein Fehler ein Metallgehäuse zur Gefahr macht. Im Folgenden, wie eine Erdungsschleife arbeitet, weshalb ein einzelner Stab selten ausreicht, was die Regeln erlauben und warum das Dreieck in der Praxis so oft die naheliegende Lösung ist.

Warum eine Erdungsanlage zählt

Versagt die Isolation eines Geräts, kann Spannung auf dem Gehäuse liegen. Wer es berührt, wird im schlimmsten Fall selbst zum Strompfad. Eine korrekt aufgebaute Erdung führt den Fehlerstrom über den Weg des geringsten Widerstands in den Boden – nicht durch den Menschen. Damit das verlässlich funktioniert, muss der Erdungswiderstand niedrig sein. Für Wohnhäuser gilt: nicht höher als 30 Ohm; wenn möglich, sind etwa 8–10 Ohm ein sinnvoller Zielwert.

Warum ein einzelner Stab im Boden nicht reicht

Ein einzelnes, senkrecht gesetztes Elektrodenrohr erreicht den nötigen Widerstand nur selten. Verdichtete oder trockene Böden verschlechtern den elektrischen Kontakt zusätzlich. Der Widerstand wird mit speziellen Messgeräten geprüft – auch wenn das nicht überall konsequent geschieht. In der Praxis wird manchmal mit einer Glühlampe zwischen Phase und Erdungskreis geprüft; leuchtet sie hell, gilt der Kontakt als brauchbar. Elegant ist das nicht, aber durchaus verbreitet.

Was die Regeln sagen

Kapitel 1.7 der PUE beschreibt die Anforderungen an Erdungsanlagen. Eine Dreiecksform schreibt es nicht vor, empfiehlt jedoch metallische Konstruktionen, die im Erdreich verlegt sind. Metallrohre aus Wasser-, Abwasser- oder Gasleitungen sind als Erder untersagt, weil sie zusätzliche Risiken mit sich bringen.

Warum das Dreieck oft die Nase vorn hat

Elektroden lassen sich in einer Linie oder in unterschiedlichen Mustern anordnen. Im privaten Bau setzt sich das Dreieck jedoch aus naheliegenden Gründen häufig durch:

  • es lässt sich auf dem Grundstück leicht platzieren;
  • gleiche Abstände zwischen den Elektroden sind einfacher einzuhalten;
  • die Form ist stabil und begünstigt eine gleichmäßige Stromausbreitung.

Üblicherweise entspricht die Seitenlänge der Dreiecksfigur der Länge der Elektroden. Vorgaben sehen einen Abstand von ungefähr dem 2,2‑fachen der Stablänge vor; rücken die Stäbe enger zusammen, leidet die Wirkung.

Wie Materialien gewählt werden

Häufig kommen Bewehrungsstahl oder Winkelstahl mit etwa 16 mm Durchmesser zum Einsatz. Winkelstahl lässt sich leichter eintreiben, doch Bewehrungsstahl und blanker Stahl rosten in der Regel schnell. Nach GOST werden verzinkte oder kupferplattierte Stäbe empfohlen. Im Handel gibt es passende Baukästen: mehrere verzinkte Abschnitte von rund 1,5 Metern, die zusammengeschraubt werden, bis Tiefe und Widerstand passen.

Der Boden entscheidet über die Wirkung

Leistungsfähig wird die Erdung weniger durch die Stablänge als durch die Bodenfeuchte. In nassem Erdreich sinkt der Widerstand; in trockener Umgebung helfen längere oder stärker verzweigte Systeme. Die Stäbe werden mit einem Metallband verbunden und bilden eine durchgängige Konstruktion, die Fehlerströme zuverlässig aufnimmt und das häusliche Netz absichert.

Die dreieckige Erdungsschleife hat sich nicht wegen einer Vorschrift durchgesetzt, sondern weil sie sich bewährt: Sie ist unkompliziert zu bauen, liefert gut berechenbare Ergebnisse und hilft, den Zielwiderstand selbst in schwierigen Böden zu erreichen. Mit hochwertigen Materialien hält die Anlage länger – und erfüllt ihren Schutzauftrag verlässlich.