Glubokaya bei Norilsk: 1.989 Meter Tiefe für Kupfer, Nickel und Kobalt

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Der Burj Khalifa in Dubai, das höchste Gebäude der Welt, ragt 828 Meter in den Himmel. Russlands Mine Glubokaya reicht fast dreimal so weit – nur in die entgegengesetzte Richtung. Rund zwei Kilometer unter der Oberfläche fördern Teams Metalle, ohne die moderne Industrie und digitale Technik schlicht nicht funktionieren würden.

Ein Schacht, der drei Wolkenkratzern Paroli bietet

Glubokaya ist Teil der Mine Skalisty im Süden der Taimyr-Halbinsel, unweit von Norilsk. Ihre Tiefe erreicht inzwischen 1.989 Meter. Die Belegschaft fährt mit einem speziellen Förderkorb auf diese Sohlen; die Fahrt dauert etwa zehn Minuten – ein eindrücklicher Maßstab für die gewaltige Vertikale. Lasten bewegen sich in einem separaten Korb, der fast die Höhe eines fünfstöckigen Hauses hat und dafür gebaut ist, Ausrüstung und große Baugruppen zu transportieren, die anders gar nicht hinunter- oder hinaufzubringen wären. Allein diese Logistik wirkt wie eine Meisterprüfung.

In solchen Tiefen klettert die Gesteinstemperatur auf 50 Grad Celsius. Genau dort musste der Weg aber hinführen, um an die begehrten Rohstoffe zu gelangen.

Was nahe Norilsk gefördert wird

Geologen vermerken, dass die örtlichen Erze mehr als fünfzig Elemente des Periodensystems enthalten, davon rund vierzehn in industriell relevanten Mengen. Im Fokus stehen Kupfer, Nickel, Kobalt und Palladium – Metalle, auf denen die Produktion von heute aufbaut.

Kupfer steckt praktisch in jedem Gerät, vom Smartphone bis zum Haushaltshelfer. Nickel findet sich in Lautsprechern, Vibrationsmotoren, Mikrofonen und in Legierungen, wenn Festigkeit und Hitzebeständigkeit zählen. Kobalt ist ein Schlüsselelement von Lithium-Ionen-Akkus, die Telefone, Laptops und Elektrofahrzeuge antreiben.

Diese Metalle treten oft gemeinsam in einem Erz auf, ihre Trennung erfordert aufwendige Aufbereitung. Nickel hat sich unter Bergleuten schon früh den Ruf eines Schalks erworben: Häufig wurde es mit Kupfer verwechselt – in alten Legenden schrieb man das dem Schabernack von Kobolden zu.

Warum diese Metalle wichtig sind

Nickel und seine Legierungen verkraften hohe Temperaturen und bleiben selbst bei strenger Kälte zäh und formbar. Dank seiner magnetischen Eigenschaften wird das Metall breit in der Industrie und auch in der Medizin eingesetzt. Kobalt, Nickel und Kupfer gelten nicht ohne Grund als Batteriemetalle. Für ein Elektroauto werden etwa 80 Kilogramm Kupfer, 16 Kilogramm Kobalt und 32 Kilogramm Nickel benötigt. Mit dem Wachstum des Marktes für E-Fahrzeuge nimmt ihre Bedeutung weiter zu.

Bergbau in extremer Tiefe steht bevor

Glubokaya tritt in die Schlussphase des Baus ein. Nach der Inbetriebnahme wird sie zu einem der zentralen Standorte des Landes für die Gewinnung strategischer Rohstoffe. Proben von Erzen und Metallen, die aus den tiefen Horizonten heraufgeholt wurden, sind bereits im Bergbaumuseum in Sankt Petersburg zu sehen.