17:39 14-01-2026
Rettungsdecke im Outdoor-Notfall: Anwendung, Schutz, Tipps
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Rettungsdecke kompakt erklärt: Funktion, richtige Seite bei Kälte oder Sonne, Anwendung in Erster Hilfe, Schutz vor Unterkühlung, Tipps fürs Notfallset.
Erfahrene Wanderer schleppen allerlei ausgeklügeltes Zeug mit sich herum, doch ein Teil wirkt oft zu unscheinbar, um ernst genommen zu werden. Die Rettungsdecke – eine dünne, folienartige Bahn – braucht fast keinen Platz, kann im Ernstfall aber den Ausschlag geben.
Was eine Rettungsdecke ist
Die Rettungsdecke, auch als Space- oder Notfalldecke bekannt, besteht aus Mylar-Film, einem synthetischen Material mit metallisierter Beschichtung, das für extreme Bedingungen entwickelt wurde. Zusammengefaltet passt sie in die Jackentasche oder ins Erste-Hilfe-Set. Sie wiegt rund 50 Gramm, leistet aber so viel wie deutlich sperrigeres Equipment.
So funktioniert sie wirklich
Ihre Aufgabe ist nicht, zu wärmen. Sie hält die Wärme, die der Körper ohnehin produziert. Der Film reflektiert Wärmestrahlung zurück zur Person, verlangsamt den Wärmeverlust und senkt das Risiko einer Unterkühlung. Deshalb taugt sie als Erste Hilfe gegen Kälte, Wind und Nässe.
Goldene und silberne Seite: Wo liegt der Unterschied
Die Decke hat zwei Seiten – Silber und Gold – und das ist kein Zierrat, sondern Absicht. Gegen Kälte gehört die silberne Seite nach innen zum Körper, damit möglichst viel Wärme zurückgeworfen wird. Die goldene Seite bleibt außen und kann zusätzlich Wärme von Sonne oder Lagerfeuer aufnehmen.
Geht es hingegen darum, Überhitzung zu vermeiden, zeigt die silberne Seite nach außen und reflektiert Sonnenlicht.
Eine verletzte Person richtig einwickeln
Bei der Anwendung zählen ein paar einfache Regeln:
- die Person vollständig und ohne Lücken bedecken;
- das Gesicht immer frei lassen, damit die Atmung nicht behindert wird;
- wenn möglich, gegen Bodenkälte isolieren – Rucksack, Matte oder Kleidung unterlegen.
Das ist besonders wichtig bei Anzeichen von Unterkühlung oder nach Verletzungen.
Mehr als nur Schutz vor Kälte
Unter harten Bedingungen erfüllt die Rettungsdecke selten nur eine Aufgabe. Sie dient als provisorische Plane gegen Regen und Wind, als Sonnenschutz oder als Unterlage. In den Bergen und nach Verkehrsunfällen lässt sich die Folie auch zu improvisierten Tragen formen. Ihre stark reflektierende Oberfläche ist aus der Ferne gut zu erkennen und eignet sich als Notsignal für Rettungskräfte.
Ein Teil, mehrere Funktionen – genau das zählt, wenn man weit weg von jeder Infrastruktur ist.
Warum sie in jedes Notfallset gehört
In Standardausrüstungen von Rettungskräften, Wanderern und Kletterern fehlt die Foliendecke nicht ohne Grund. Kaum etwas vereint derart geringe Packmaße mit so viel Nutzen. Im persönlichen Erste-Hilfe-Set fällt sie praktisch nicht ins Gewicht, und in professionellen Kits hilft sie, mehrere Betroffene gleichzeitig zu versorgen. Deshalb steckt sie auch in Auto-Notfallsets und gehört in jedes Survival-Paket.
Kann man eine Rettungsdecke wiederverwenden
Formal ja, mit Einschränkungen. Die Folie ist sehr dünn und weist nach dem ersten Einsatz Falten und Mikroschäden auf, die die Wirkung mindern. In Medizin und Rettungsdienst gelten solche Decken als Einwegmaterial. Eine Wanderin oder ein Wanderer kann eine benutzte Decke zwar zusammenfalten und aufbewahren, für eine ernsthafte Tour ist eine neue jedoch die bessere Wahl.
Hilfe bei strengem Frost
Bei Kälte ersetzt die Rettungsdecke keine warme Kleidung und keinen Schlafsack. Ihre Aufgabe ist, den Wärmeverlust zu bremsen und Zeit zu gewinnen. Beim Warten auf Hilfe oder bei Verletzungen kann dieser Puffer genau der Unterschied sein, der eine schwere Unterkühlung verhindert.
Warum sie „Space“-Decke heißt
Die Bezeichnung ist kein Zufall. Die reflektierende Folientechnologie wurde in den 1960er-Jahren von der NASA zur Isolation von Raumfahrzeugen und Raumanzügen entwickelt. Später fand sie vielfältige Anwendungen auf der Erde und wurde fester Bestandteil von Notfall- und Outdoor-Ausrüstung.
Die Rettungsdecke gehört zu den Dingen, die man selten braucht, aber immer gern dabeihat. Sie fällt kaum auf, nimmt keinen Platz weg und verlangt keine besonderen Fertigkeiten. Im richtigen Moment bewahrt sie Wärme, schützt vor Sonne und hilft durchzuhalten, bis Hilfe eintrifft.