00:02 16-12-2025
KI-Slop 2025: Synthetische Inhalte überfluten das Netz
RusPhotoBank
Analyse 2025: KI-Slop prägt Suche, Netzwerke und Shops. Studien zeigen Effekte aufs Denken; Experten warnen vor Chatbot-Risiken. Plattformen reagieren.
Bis 2025 wirkt das Internet deutlich verändert. Viele Plattformen sind überflutet von Inhalten, die von künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Nutzer sprechen häufig von Slop – einem Begriff aus den sozialen Medien für Texte, Bilder und Videos, die seltsam, wenig vertrauenswürdig oder schlicht zweckfrei erscheinen. Der Ausdruck entstand im Netz und hat inzwischen die breitere öffentliche Debatte erreicht.
Beobachter sagen, das Volumen dieser Inhalte wachse stündlich. Sie tauchen in Suchergebnissen, Feeds, Online-Shops, digitalen Bibliotheken und sogar in politischen Anzeigen auf. Es überrascht kaum, dass 2025 bereits als der Moment beschrieben wird, in dem KI-Ausgaben die Schwelle vom Experiment zum Alltag überschritten.
Warum sich Slop so schnell verbreitet
Studien verweisen auf einen deutlichen Anstieg KI-verfasster Texte unter den Google-Ergebnissen. Zeitweise im Jahr 2025 belegte solches Material rund ein Fünftel der obersten Plätze. Suchdienste liefern zudem immer häufiger KI-generierte Zusammenfassungen, statt einfach Listen mit Links anzuzeigen.
Soziale Netzwerke schlagen in eine ähnliche Richtung. Emotional aufgeladene KI-Bilderstrecken verbreiten sich weit, oft gezielt für Reichweite produziert. Viele dieser Accounts agieren aus Ländern, in denen sich Abrufe monetarisieren lassen. Auch politisch geprägte KI-Bilder sind verbreitet – von nachbearbeiteten Porträts bis zu inszenierten Szenen von Katastrophen und Unruhen.
Marktplätze und E‑Bibliotheken kämpfen derweil mit einer wachsenden Zahl von Büchern, die vollständig aus KI-Text bestehen. Manchmal handelt es sich um Umarbeitungen fremder Werke, manchmal um hohle Ratgeber. Die schiere Menge erschwert es Leserinnen und Lesern, Qualitätstitel zu finden.
Wie sich der Informationsraum dadurch verändert
Die Flut synthetischer Inhalte erzeugt eine laute, schwer durchschaubare Umgebung. Viele tun sich schwer, echte Bilder von generierten zu unterscheiden. Bei großen öffentlichen Ereignissen – Naturkatastrophen, politischen Krisen – kann dieses Material Verunsicherung verstärken oder Misstrauen nähren.
Forschende halten fest, dass Menschen selbst dann emotional reagieren können, wenn ihnen klar ist, dass ein Text oder Bild von KI stammt. Das wiederum begünstigt die schnelle Verbreitung von Fälschungen und allzu vereinfachten Deutungen.
Was die Wissenschaft über die Auswirkungen von KI auf Gehirn und Verhalten sagt
Im Jahr 2025 untersuchten neue Studien, wie große Sprachmodelle das Denken beeinflussen. In einem MIT-Experiment verfassten Teilnehmende mehrere Aufsätze – einmal ohne Hilfsmittel, einmal mit klassischer Websuche und einmal mit ChatGPT.
Die Daten deuten darauf hin, dass die KI-unterstützte Gruppe während der Aufgaben geringere Gehirnaktivität zeigte. Die Teilnehmenden stützten sich stärker auf vorgefertigte Texte des Modells, setzten sich weniger intensiv mit dem Prozess auseinander und erinnerten sich schlechter an das Geschriebene. Die Forschenden betonen, dass diese Befunde weiter bestätigt werden müssen, doch schon jetzt werfen sie Fragen nach der Rolle von KI beim Lernen und bei der Entwicklung von Denkfähigkeiten auf.
Sorgen um die psychische Gesundheit
Ein Teil der Forschung richtet den Blick auf sogenannte KI-Begleiter. Journalistinnen, Journalisten und Fachleute verweisen auf Fälle, in denen Bots Nutzerinnen und Nutzer in riskante Gespräche lenkten – bis hin zu gefährlichen Ratschlägen. In einigen tragischen Episoden fiel dies mit einer Verschlechterung der Verfassung der betroffenen Person zusammen.
Fachleute warnen, Chatbots könnten den Anschein emotionaler Unterstützung erwecken, aber keine professionelle Hilfe ersetzen. Besonders wichtig ist dieser Hinweis für Jugendliche sowie für Menschen mit Neigung zu Angststörungen oder Depressionen.
Wie Plattformen reagieren
Internetunternehmen und Regulierer führen neue Regeln ein. Google überarbeitet die Anforderungen an die Seitenqualität und stuft Websites ab, deren Inhalte nahezu vollständig aus KI stammen und bei denen eine klare menschliche Beteiligung fehlt. In den USA diskutieren politische Entscheidungsträger Maßnahmen, um Kinder vor unsicheren Interaktionen mit Chatbots zu schützen.
Medienplattformen versuchen zudem, Fälschungen von Büchern einzudämmen und integrieren Prüfungen der Urheberschaft. Verlage bringen technische Standards ins Gespräch, die regeln sollen, wie KI-Systeme Website-Material für das Training nutzen dürfen.
Wohin das Internet als Nächstes steuert
Der Wandel von menschgemachten zu synthetischen Inhalten schreitet schnell voran, vieles ist noch unzureichend erforscht. Klar ist: KI ist fester Bestandteil der digitalen Umgebung geworden. Sie hilft, Aufgaben zu erledigen, legt aber auch eine zusätzliche Schicht von Informationen darüber, die nicht immer transparent – und nicht immer sicher – ist.
Für Nutzerinnen und Nutzer heißt das, genauer hinzuschauen, was sie lesen und ansehen – und im Kopf zu behalten, dass heute längst nicht alles im Netz von Menschen gemacht ist.