15:41 07-12-2025

Elektroverteiler planen: Lastverteilung in Haus & Wohnung

Leitfaden zur Lastverteilung im Elektroverteiler: Häuser mit Drehstrom und einphasige Wohnungen, Stromkreise für Küche und Bad, Tipps zu Boiler und Kochfeld.

Ein sauber geplanter Verteiler ist das Rückgrat einer stabilen Elektroanlage. Wie Stromkreise gebündelt und Lasten über die Phasen verteilt werden, entscheidet nicht nur über Komfort, sondern auch über Sicherheit. Patzer in dieser Phase führen schnell zu Überlastungen, Abschaltungen und vorzeitigem Verschleiß. In Einfamilienhäusern ist die Aufgabe anspruchsvoller: Ein dreiphasiger Anschluss verlangt eine kluge Leistungsaufteilung. In Wohnungen ist es einfacher, doch Küche und Bad bleiben die klassischen Hochlastbereiche.

Welche Geräte besondere Aufmerksamkeit brauchen

Jedes elektrische Gerät hat eine Nennleistung. Kochfelder, Backöfen, Konvektoren und Warmwasserbereiter belasten die Anlage besonders. Zugleich zählt das Nutzungsverhalten: Nicht alles läuft parallel.

Bei der Planung wird ein Ausnutzungsfaktor angesetzt. Er hilft, die reale Last im normalen Alltagsbetrieb einzuschätzen.

Einfamilienhäuser: Arbeiten mit dem Drehstromanschluss

In Privathäusern ist ein dreiphasiger 380-V-Anschluss mit insgesamt 15 kW nach wie vor üblich. Eine 25-A-Hauptsicherung lässt pro Phase rund 5 kW zu. Heizung hat Priorität. Ist ein Elektroboiler installiert, ist er fast immer dreiphasig. Darin arbeiten drei Heizstäbe in Sternschaltung, was die Last ausgleicht.

In der Praxis laufen Boiler um 8 kW im Winter nahezu durch. Damit ist ein spürbarer Anteil jeder Phase bereits belegt. Der übrige Gerätepark muss daher mit Blick auf die wahrscheinliche Gleichzeitigkeit sorgfältig verteilt werden.

Ein paar einfache Hausregeln:

Selbst bei moderater Nutzung ist die 15-kW-Grenze schnell ausgereizt. Bei Häusern mit einphasigen 7 kW lässt sich ohne zusätzliche Wärmequelle praktisch nicht auskommen.

Konvektoren statt Boiler: ein anderer Ansatz

Wird die Heizung über Konvektoren raumweise verteilt, glättet sich die Last tendenziell. Diese Geräte schalten nach Bedarf zu statt alle auf einmal – das senkt in der Praxis das Risiko von Überlastungen. Kleine Konvektoren mit 0,5–1 kW lassen sich bei Beachtung der Installationsregeln in bestehende Steckdosenkreise einbinden. Im Obergeschoss wird oft weniger Leistung benötigt, weil Wärme nach oben steigt. Das bietet flexible Regelung und passt zu Häusern mit begrenzter verfügbarer Leistung.

Wohnungen: Einphasenanschluss und seine Besonderheiten

Moderne Wohnungen haben meist einen einphasigen Anschluss mit 10 oder 13 kW. Entscheidend ist, Stromkreise sinnvoll zu gruppieren und leistungsstarken Geräten eigene Leitungen zu geben.

Wesentliche Leitlinien für Wohnungen:

Steckdosenkreise

Jeder Raum sollte einen eigenen Kreis erhalten. Leitungen können durchgeschliffen oder radial über eine Abzweigdose geführt werden. Letzteres verringert die Zahl potenziell schwacher Verbindungen.

Beleuchtung

Die Last ist gering, daher reicht eine gemeinsame Leitung oder getrennte Leitungen je Raum. Verwendet werden 1,5–2,5 mm² und Schutzschalter mit 6–20 A.

Bad

Waschmaschine, Trockenschrank und Warmwasserbereiter benötigen jeweils eigene Leitungen. Für Durchlauferhitzer ab 5 kW ist 4 mm² vorzusehen.

Küche

Der leistungsstärkste Bereich. Für Backofen und Kochfeld 6 mm² einplanen oder zwei unabhängige Leitungen mit 4 mm². Jede Steckdose entlang der Küchenrückwand sollte auf einem eigenen Kreis liegen. So bleiben die Verbindungen stabil, wenn mehrere Geräte gleichzeitig laufen.

Planung ist das wichtigste Sicherheitswerkzeug

Kluge Lastverteilung beginnt mit etwas Einfachem: die Leistungsdaten der Geräte und die eigenen Gewohnheiten zu kennen. Im Haus gehören der Boiler und ein sauberer Phasenausgleich fest in die Rechnung. In der Wohnung helfen separate Leitungen für Küche und Bad und das Meiden unnötiger Verbindungen spürbar weiter.

Wenn die Aufteilung vorab steht, arbeitet die Elektroanlage stabil, und das Risiko von Störungen schrumpft auf ein Minimum. Für alle, die ein Elektroprojekt entwerfen, taugen diese Hinweise als praktischer Leitfaden.